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Photovoltaik auf dem Haus?

Photovoltaik auf dem Haus?

Hier einige Anmerkungen von Roland Dreizler aus dem Landesverband Baden-Württemberg:

Die Photovoltaik wird als wichtiger Bestandteil der Erneuerbaren Energien (EE) von Bund und Ländern für die Erreichung des Klimazieles von 80 % Anteil bis 2040 stark forciert.

So besteht in Baden-Württemberg seit dem 1. Mai 2022 die Photovoltaik-Pflicht für neue Wohngebäude, ab Januar 2023 greift die PV-Pflicht auch bei allen grundlegenden Dachsanierungen.

Bei der Diskussion und Verabschiedung dieser Zwangsmassnahme ist man aber von Daten ausgegangen, die sich inzwischen als falsch herausstellen: Vor einem Jahr ging man für einen Häuslebauer bei 4-6 Kwp Leistung von 11-15.000 € Investitionskosten aus, heute ist er aber mit 25-30.000 € dabei.

Bei den derzeitigen Strompreisen bedeutet das eine Amortisationszeit von > 20-25 Jahren.

Und der Staat kassiert mit. Mit dem Finanzamt ist abzuklären, ob die rückeingespeisten KiloWatt, für die er nur einen Rückspeisepreis von 6,24 ct/kWh erhält, noch Mehrwertsteuer erklären und bezahlen soll oder nicht. Das Gleiche gilt für die eventuelle Einkommensteuer.

Dabei ist noch gar nicht sicher, ob er eine Vergütung für die Rückeinspeisung vom Netzbetreiber erhält: Wenn es nämlich heiß ist im Sommer und die Sonne 12 Stunden am Tag vom Himmel brennt, läuft die Stromproduktion der PV-Anlagen auf Hochtouren. Die Batteriespeicher sind übervoll, der Verbrauch tagsüber minimal, die Netze für die Aufnahme des rückeingespeisten Stroms zu klein.

Die PV-Anlage wird abgeschaltet.

Das Gleiche gilt für den Trugschluss einer Versorgungssicherheit im Falle eines örtlichen und regionalen Blackouts.

Da wird gesetzeswegen aus Sicherheitsgründen auch die hauseigene PV-Anlage abgeschaltet.

Diese zwangsweise Abschaltung kann der Häuslebesitzer durch den zusätzlichen Einbau einer Notstromeinrichtung umgehen, die aber wiederum noch einige Tausend Euro zusätzlich kostet.

Keiner sagt´s und alle Fachleute wissen es: Im Sommer gibt´s 120 % + X an Strom, im Winter 60 % -X an Strom.

Das lässt sich zwar durch die Anschaffung eines Batteriespeichers mildern, um aber unabhängig von der öffentlichen Stromversorgung auch im Winter zu werden, würde man aber mindestens  mehr als 3-mal so große Batteriespeicher brauchen. Und das verteuert das Ganze bis ins Unwirtschaftliche.

Und noch etwas am Rande: Von allen Politikern aller Parteien wird totgeschwiegen, dass die Stromnetze in den Dörfern, Städten und Ländern für 15 Millionen E-Autos und den damit notwendigen Wallboxen und den ab 2024 gewünschten jährlich installierten 500.000 Heizungswärmepumpen viel zu klein ausgelegt sind. Vollmundig werden sogenannten „Lademanagements und -systeme“ in den Mund genommen. Nur um zu beschwichtigen und vom Problem abzulenken.

Für die Unfähigkeit und Traumtänzerei der jetzigen Grüne- und CDU-Landesregierung ein letzter Beweis (aus dem Schwarzwälder Bote vom 4.7.2022): 5 renommierte Institute, darunter das Öko-Insititut in Freiburg und das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe haben untersucht, wie Baden-Württemberg es schaffen kann, das gesteckte Ziel der Klimaneutralität bis 2040 noch zu erreichen.

Ergebnis: Verdammt schwierig, wenn nicht gar unmöglich.

Voraussetzung:

  1. Ab 2023 darf keine einzige Gas-und Ölheizung mehr eingebaut werden.
  2. Für die emmisionsreiche Zementindustrie- in BW 6 Zementwerke- müsstem Pipelines in die Nordsee gebaut werden, um dort das CO² im Boden zu speichern
  3. Der Autoverkehr müsste sofort um 38 % sinken und
  4. ab 2040 dürften keinen Verbrennerautos mehr unterwegs sein, bei derzeit fast 50 Millionen Verbrennern bundesweit.

Und das Land Baden-Württemberg müsste für die 8.000 landeseigenen Gebäude sofort auf EE umsteigen.

Fazit: Mit dem PV-Zwang ist eine diktatorische und einseitig ideologische Verordnung im Land Baden-Württemberg erlassen worden, die für den Häuslebauer und -besitzer nur Nachteile bringt. Einen Vorteil bei mehr als 20 Jahren und mehr Amortisationszeit sehen wir nicht.

Und er ist nicht einmal Herr über seine eigene Anlage!

Deshalb: weg mit dieser bürokratischen Regulierung, oder um Franz-Josef Strauß zu zitieren: Weg mit dem Saustall!

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