Liberal-Konservative Reformer zur Corona-App

28. Juli 2020

„Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, ist die Badehose schuld“

Berlin, 28.07.2020 -  „Die Entwickler der Corona-App geben Handyherstellern die Schuld für Fehlfunktion - dieses Vorgehen ist armselig und schäbig, aber ich habe nichts anderes erwartet. Bereits als die ersten Quellcodes veröffentlicht wurden, haben nicht nur ich, sondern auch viele andere Experten davor gewarnt, dass die App nicht richtig funktionieren wird – alle Warnungen wurden in den Wind geschlagen“, erklärt Sascha Flegel, stellvertretender Bundesvorsitzender der Liberal-Konservativen Reformer (LKR) und selbst seit über 20 Jahren aktiv im IT-Bereich tätig.

Sascha Flegel weiter:

„Wer war für die Abnahme der App verantwortlich?

Üblicherweise werden Projekte nach Fertigstellung durch den Auftragnehmer abgenommen bevor sie in den Regelbetrieb überführt werden. Bei Software zeichnet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) verantwortlich, in der Regel werden (Web-) Anwendungen auch durch das Computer Emergency Response Team des Bundes (CERT Bund), welches ebenfalls zum BSI gehört, überprüft. Warum sind die Mängel hier nicht aufgefallen oder hat es diese Überprüfung etwa gar nicht gegeben?

Die Bundesregierung lügt in der gemeinsamer Erklärung zur Corona-Warn-App vom 26. Juli

In der Erklärung wird vom Chef des Bundeskanzleramts Helge Braun, dem Bundesminister für Gesundheit Jens Spahn, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom AG Timotheus Höttges und dem Vorstandssprecher der SAP SE Christian Klein behauptet, die App funktioniere gut, es gebe aber – wie bei jeder neuen Entwicklung – technische Herausforderungen. Es ist sehr gewagt, zu behaupten, dass die App gut funktioniere. Scheinbar gibt es kein Konzept, keinerlei Überlegungen, wie man eine solche App designen soll. Man hat einfach mal ‚drauflos‘ programmiert. Ich nenne die App ‚Schrödingers App‘, denn man kann sowohl infiziert als auch nicht infiziert sein. Und das sogar an vielen Orten gleichzeitig, wie drei renommierte Universitäten ja bereits bewiesen haben und wir in Versuchen ebenfalls feststellen konnten.

7,5 Millionen für Werbung ausgegeben

 Wir fassen zusammen: 30 Millionen für die Entwicklung einer App, die nach wie vor nicht funktioniert und ohne große Mühe manipuliert werden kann, 2,5 bis 3,5 Millionen monatlich für den Betrieb und bis jetzt wurden 7,5 Millionen für Werbung ausgegeben. Wir fragen uns nach wie vor: Wo sind die Beschlüsse des Bundestages dazu und wie erfolgte die Ausschreibung, respektive wie wurde die direkte Vergabe begründet, also welches angeführte Alleinstellungsmerkmal hält einer gerichtlichen Überprüfung stand? Fragen, die die Regierung dem deutschen Steuerzahler schuldig ist.